Blog von Wolfgang & Petra

22.2.2019

Vulkanröhre Cueva de Las Palomas

Filed under: La Palma 2019,Urlaub — Wolfgang @ 23:19

Heute war es also soweit. 9:30 Uhr waren wir pünktlich an der verabredeten Stelle der Anlage. Daneben tauchte dann auch schon ein 4er Trupp junger Erwachsener auf, die beiläufig fragten, ob es hier wohl irgendwo so ein Röhre gäbe. Jaja, die Informationspolitik, was dieses Naturdenkmal angeht, ist doch etwas restriktiv.

Kaum ein Pärchen später kam dann auch unser Guide Steven. Nach den ersten Sätzen musste Petra mal eben nachfragen, wo er denn wohl her komme. Und richtig, aus Antwerpen. Lebt aber schon diverse Jahrzehnte auf den Kanaren, immer mal wieder auf einer anderen Insel.

Dann verteilte er Helme mit Lampen, erklärte auch, wie man die Helme richtig aufsetzt. Wenn es trotzdem ein Problem gab, dann half er auch sofort. Manchmal passt ja so ein Kopf nicht einfach so in einen Standardhelm…

Schon beim Gang über das Lavafeld dem Eingang entgegen blieben wir immer wieder stehen, weil es interessante Dinge zu erklären gab.
Zum Beispiel stehen sehr viele Sträucher Sauerampfer herum. Die Vermutung ist, dass die Samen über den angelieferten Beton bzw. Den darin enthaltenen Sand hier gelandet sind.
Damit an den Stellen, wo nunmal der Weg gebaut wurde, nicht der nackte Beton zu sehen ist, wurden hier natürlich überall Schlackenlava Steine verteilt. Aber – so langsam kommt der Beton wieder zum Vorschein. Er nannte das ´TouristErosion´. Jeder, der hier spazieren geht, steckt sich halt mal einen Stein ein…ist natürlich verboten.

Und so gäbe es noch jede Menge zu erzählen, von einer VIP Veranstaltung zur Einweihung, obwohl das eigentliche Besucherzentrum immer noch nicht fertig ist, oder der Kirchengemeinde, deren Kirche eigentlich genau im Fluss des Lavastroms steht und nur durch einen Akt des gemeinsamen Betens die Richtung änderte – Gott sei Dank! (Der Tag ist übrigens jetzt ein Feiertag im Ort).

Ach ja – dieser Lavastrom überdeckte das Land im Jahr 1949. Dabei entstand diese Höhle mit fast fünfhundert Metern Länge, drei Metern Breite und einer variablen Höhe zwischen 1-6 Metern. Und nun wurde es Zeit, dass wir in der Erde verschwanden.

Tja – hier unten war es erstmal dunkel. Und bisken rutschig, da der Weg übersät mit besagter Schlacken Lava ist. Es wurde erklärt, wie sich über unterschiedliche Abkühlphasen teilweise mehrere Ebenen im Lavastrom bilden, die dann auch noch unterschiedlich schnell so vor sich hin strömen.

Das hat dann neben den unterschiedlichen Lava Formen (Schlacken, Kissen, Strick…) auch zur Folge, dass sich ein Dach auf einen Lavakanal bildet und dabei eine Röhre entsteht. So, wie es hier geschehen ist.

Dann konnten wir teilweise an den Wänden etwas sehen, dass aussah wie eine Flechte. Das sind jedoch ganz kleine Salzverästelungen, die sehr empfindlich sind und schon fast durch blosses Angucken kaputt gehen. Urplötzlich tauchte auch eine Taubenfeder auf! Ja, die Viecher bauen sich hier unten sogar Nester! Und man lässt sie, und das find ich ja noch viel – tja, merkwürdiger.

Die Wurzel in der Höhle

Und schon sahen wir das nächst merkwürdige Phänomen: Eine Wurzel! Ja, hier kommen wieder diese Sauerampfer Sträucher ins Spiel: Ihre Wurzeln gehen locker 5-7 Meter in die Erde um nach Wasser zu suchen. Und dabei kreuzen sie eben auch diese Höhle. Und so geht es weiter mit Informationen über kleine Gasexplosionen, die an den Wänden Spuren hinterlassen haben.

Hier hat mal eine Gasblase durch die Lava gepupst

Oder erstarrte Tropfen an der Decke, die wie Stalagniten aussehen aber eben keine sind.

Sieht wie ein Pilz Befall aus, sind aber kristallisierte Strukturen

Die 400 Meter waren gefühlt ratz fatz um. Am Ende wurde dann der Notausgang geöffnet, um kurz Luft zu schnappen, denn zurück ging es den gleichen Weg. Die letzten ca. 100 Meter der 500 Meter langen Höhle gehören übrigens zur Tour2, die einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad hat. So mit Suhlen am Boden und Krabbeln durch Löcher, die kleiner als man selbst ist – so´n Zeugs halt.

Der Notausgang zum frische Luft schnappen

Zurück ging es dann etwas schneller und wir hatten auch bald wieder die Oberfläche erreicht.
Auf jeden Fall mal eine empfehlenswerte Tour mit viel Wissen – beispielsweise gibt es pro Tag mindestens 1 Erdbeben im Bereich der Kanaren.

2 Comments »

  1. Sehr interessant, Sauerampfer und Tauben….
    Nix gescheits in der schönen Natur dort, oder?

    Kommentar von Lenz Katja — 23.2.2019 @ 23:08

  2. Der redet wie Rudi Carell :-))
    Coole Tour !!!

    Kommentar von Christian — 25.2.2019 @ 22:16

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